Charlottenburg – Großstadtnostalgie im Berliner Westen

Seit seinen ersten Tagen ist der Stadtteil Charlottenburg etwas Besonderes und wird seit jeher mit Wohlstand und Erfolg in Verbindung gebracht. Ende des 17. Jahrhunderts (das Gebiet gehörte noch nicht zu Berlin) ließ Kurfürstin Sophie Charlotte in dem kleinen Dorf Lietzow ein Schloss errichten, dem späteren Schloss Charlottenburg, um hier ihre Sommer zu verbringen. Wohlhabende Berliner zogen nach und bauten sich ebenfalls eine Sommerresidenz, ganz nach dem Vorbild der Kurfürstin. Immer mehr Ausflügler aus Berlin besuchten die Region, um die Natur zu genießen, aber auch um den Wohlstand der Zugezogenen zu bewundern. Zeitgleich breitete sich die Stadt immer weiter aus und gliederte die kleinen Dörfer der Region schließlich 1920 ein. Der Bezirk Berlin-Charlottenburg war entstanden und steht noch heute für einen gehobenen Lebensstil, für viel Sinn für Design und Geschmack und für wunderschöne Altbauten.

Charlottenburger legen Wert auf einen gepflegten Stil, und das sieht man auf den „Flaniermeilen“ des Bezirks, in erster Linie dem berühmten Kurfürstendamm. Aber auch die vielen kleinen Straßen abseits des großen Einkauftrubels haben viel zu bieten. In den schmucken Seitenstraßen haben sich die zahlreichen Restaurants, Cafés und Designerläden dem wertigen Stil der Charlottenburger angepasst und sind inzwischen Anlaufstelle für alle Berliner, die Wert auf Qualität und erhabenen Geschmack legen.

Der Wohlstand der Charlottenburger spiegelt sich in der Architektur des Stadtteils wider. Die vielen Altbauten mit ihren prächtigen Fassaden sind aufwendig und kostspielig saniert und sorgen mit ihren hohen Decken und großen Flügeltüren im Inneren für ein Wohngefühl auf ausgesprochen hohem Niveau. Auch die Neubauten sind auf gehobene Einkommen abgestimmt und passen sich innen wie außen gut in den historischen Grundtenor des Stadtteils ein. Großstadtnostalgiker kommen in Charlottenburg voll auf ihre Kosten.

Die Verkehrsanbindung Charlottenburg ist hervorragend. Die Stadtautobahn ist gut und schnell zu erreichen und führt auf kurzem Weg zum Beispiel ins nah gelegene Potsdam. Das öffentliche Verkehrsnetz ist in Charlottenburg besonders gut ausgebaut. Mit dem Auto ist man zudem innerhalb von Minuten im Zentrum der Stadt.

Charlottenburg im Überblick
–    Fläche:                              10,6 km²
–    Einwohner:                       120.793 (Stand: Juni 2012)
–    Bevölkerungsdichte:         11.396 Einwohner/ km²
–    Verwaltungsbezirk:           Charlottenburg-Wilmersdorf

Sehenswürdigkeiten
–    Deutsche Oper Berlin – Das Opernhaus ist das größte in Berlin und das zweitgrößte in Deutschland.
–    Gedächtniskirche – Die Kirche mit dem zerstörten Kirchturm steht auf dem Breitscheidplatz zwischen dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße.
–    Helmut-Newton-Stiftung – Die Stiftung des deutschen Star-Fotografen ist im Gebäude des Museums für Fotografie untergebracht.
–    Keramik-Museum Berlin – Das Gebäude mit seinen beiden romantischen Höfen ist ein wahres Kleinod inmitten von Charlottenburg.
–    Kurfürstendamm – Die berühmte Flaniermeile und Einkaufsstraße wurde im späten 19. Jahrhundert ausgebaut und verschönert, um die Attraktivität des Berliner Westens zu steigern.
–    Museum Berggruen – Das Museum beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen der Kunst der klassischen Moderne, unter anderem mit Werken von Pablo Picasso, Paul Klee und Henri Matisse.
–    Schloss Charlottenburg – Das herrschaftliche Schloss wurde Ende des 17. Jahrhunderts zu Ehren von Kurfürstin Sophie Charlotte gebaut.
–    Theater des Westens – Das Theater ist eines der bekanntesten Musical- und Operettenbühnen Berlins und steht seit bereits 1895 in der Kantstraße.
–    Zoologischer Garten – Der Tierpark beherbergt über 15.000 Tiere und gilt mit seinen 1.500 Arten als der artenreichste Zoo der Welt.

Charlottenburger Persönlichkeiten
–    Carl Friedrich von Siemens (Industrieller)
–    Christoph Waltz (Schauspieler)
–    Désirée Nick (Entertainerin)
–    Hans Ilau (Politiker und Bankmanager, 1901 – 1974)
–    Hermann von Helmholtz (Physiologe und Physiker, 1821 – 1844)
–    Katja Riemann (Schauspielerin)
–    Klaus Wowereit (Politiker)
–    Meret Oppenheim (Künstlerin und Lyrikerin, 1913 – 1958)
–    Paul Mendelssohn Bartholdy (Chemiker und Industrieller, 1879 – 1956)
–    Werner March (Architekt, 1894 – 1976)

Charlottenburg in den Medien
–    Berlin-Magazin: Neuer Erholungswald in Charlottenburg
–    Berlin-Magazin: Berliner bauen Berge: Teufelsberg und Co.

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