Immobilien-Kredite: Nicht von guten Konditionen blenden lassen

Die niedrigen Zinsen sind für Immobilienkäufer derzeit ausgesprochen attraktiv und locken auch private Investoren an, die zu anderen Zeiten aufgrund der persönlichen finanziellen Situation eher nicht investieren würden. Diese so genannten Schwellenhaushalte können sich hier trotz der guten Zinsen allerdings auch in deutliche Schwierigkeiten bringen, denn große Rücklagen gibt es hier meistens nicht. Beim Kauf einer Immobilie ist dieses nicht ungefährlich, denn jeder geliehene Euro bringt ein erhöhtes Verschuldungsrisiko mit sich. Neben der Anschaffung ist schließlich auch der Unterhalt inklusive teuren Wartungsarbeiten zu beachten.

Trotz günstiger Gelegenheit genau rechnen

Auch wenn der Markt einen kräftigen Aufschwung erlebt und die Gelegenheit günstig erscheint, ist eine solide und realistische Kalkulation unerlässlich. Verbraucherschützer raten zudem zu einem Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent. Derzeit ist sogar ohne Eigenkapital eine Finanzierung möglich, dann wird es allerdings deutlich teurer. Einige Banken finanzieren ein Objekt auch komplett. „Die Zinsen bei der 100-Prozent-Finanzierung liegen dann nicht bei 2,9 Prozent, sondern bei vier Prozent oder mehr“, sagt Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale gegenüber der in Berlin erscheinenden Morgenpost.

Wer sich allerdings mit einer soliden und realistischen Kalkulation seine „Traumimmobilie“ finanzieren kann, sollte die Gelegenheit nutzen. Die Preise steigen derzeit zwar, doch selbst der „Top-Markt“ Berlin ist im internationalen Vergleich noch günstig.