Positive Entwicklung: In vielen Segmenten des Immobilienmarkts holt Berlin auf

Berliner Mehrfamilienhäuser
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Im Kreis der sieben einwohnerstärksten Städte Deutschlands besitzt Berlin mit seinem Immobilienmarkt nach wie vor Entwicklungsbedarf, holt aber beständig auf. Laut den aktuellsten Statistiken weist der Berliner Wohnungsmarkt noch immer Besonderheiten auf:

  • die mittlere Angebotsmiete pro Quadratmeter ist mit unter 9 Euro am niedrigsten
  • gemessen an der Einwohnerzahl hat Berlin den geringsten Neubau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern
  • die Wohneigentumsquote ist mit ca. 15% am niedrigsten

Neben einigen Spätfolgen aufgrund der deutsch-deutschen Teilung sowie der anschließenden Phase der Wiedervereinigung liegt das niedrige Mietniveau in Berlin vor allem in der niedrigen Kaufkraft und der hohen Arbeitslosenquote – der höchsten der Top-7-Städte – begründet.

Steigende, aber immer noch günstige Durchschnittsmieten

2015 stieg die Durchschnittsmiete im günstigsten Zehntel der in Berlin angebotenen Wohnungen um gerade einmal 2%. Die Personen, die dieses Segment vornehmlich nachfragen, verfügen nur über ein geringes Budget, weil sie ein geringes Einkommen oder Transferleistungen vom Staat beziehen. In diesem Segment würde dementsprechend Leerstand drohen, sollten die Mietforderungen zu hoch sein. Der Druck auf diesen Teil des Wohnungsmarkts ist nicht sehr stark, da ein Klientel mit höherem Einkommen hierin kaum vorstößt.

Im Vergleich dazu stieg die Durchschnittsmiete des teuersten Zehntels der angebotenen Mietwohnungen in Berlin um 5,7% pro Quadratmeter. Auf diesem Markt herrscht zudem ein größerer Konkurrenzdruck, weil die Nachfrager genug finanziellen Spielraum besitzen, um ohne Weiteres andere Angebote anzunehmen oder um sich – nicht zuletzt dank der niedrigen Zinsen – eine Wohnung oder ein Haus kaufen zu können.

Altbauten
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Markt für Eigentumsimmobilien im Aufschwung

Dementsprechend erlebt der Berliner Immobilienmarkt für Wohnungen und Mehrfamilienhäuser zum Kauf einen kräftigen Aufschwung. Die durchschnittlichen Angebotspreise pro Quadratmeter sind für Eigentumswohnungen um 10,1% und für Mehrfamilienhäuser sogar um 18,5% gestiegen. Investoren scheinen rechtzeitig auf den Zug aufspringen zu wollen, da sich die Prognosen für Berlin positiv gestalten. Denn die Entwicklung sowohl für den Berliner Immobilienmarkt als auch für die Stadt als solche sind äußerst vielversprechend – insbesondere für Anleger, die auf ein anhaltendes Wachstum setzen:

  • die Einwohnerzahl Berlins wächst jährlich um ungefähr 1%
  • das Berliner Wirtschaftswachstum liegt über dem Bundesdurchschnitt
  • dank des steigenden BIP ist mit steigenden Einkommen zu rechnen, was die Kaufkraft erhöhen und somit ein steigendes Mietniveau nach sich ziehen dürfte

 

Immobilienkauf lohnt sich

Nicht nur aufgrund der rosigen Zukunftsaussichten, sondern auch aufgrund der gegenwärtig niedrigen Zinsen kann sich eine Investition in Wohneigentum im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen. Für Selbstnutzer ist die monatliche Tilgungsrate eines Immobilienkredits mitunter niedriger als die entsprechende Miete des jeweiligen Objekts. Wer seine Immobilie vermietet, anstatt sie selbst zu nutzen, fährt dementsprechend von Anfang an Gewinne ein, weil die Mieteinnahmen die Kreditausgaben übersteigen.

Obwohl der Anteil an Miethaushalten in Berlin weit über dem Niveau der sechs anderen einwohnerstärksten Städte Deutschlands liegt, zeichnet sich auch hier eine allmähliche Trendwende ab. In Berlin entstehende Neubauten umfassen deutlich mehr Eigentums- als Mietwohnungen. Zum einen ist der Eigentumswohnungsmarkt weniger stark reguliert und zum anderen können mit Eigentumswohnungen bessere Preise erzielt werden.