Wichtige Dokumente für den Hausverkauf

Unterlagen für den Hausverkauf

Unterlagen für den Hausverkauf, Quelle: Fotolia©marcus_hofmann

Sie möchten Ihr Haus verkaufen und wollen es ansprechend präsentieren? Dazu gehört bereits vor dem ersten Besichtigungstermin, dass Sie alle wichtigen Unterlagen für Haus und Grundstück griffbereit haben. Sie müssen nicht jede Zahl kennen, aber Sie sollten wissen, wo Sie sie finden. Je besser Sie Fragen von Interessenten beantworten können, umso seriöser wirkt Ihr Angebot.

Geschichten und Details machen glaubwürdig

Es gibt ein Minimum an Unterlagen, über das Sie in jedem Fall verfügen sollten. Aber wie beim Kauf eines Kunstwerkes oder Oldtimers gilt auch bei einem Haus: je besser Sie seinen Werdegang über die Jahre dokumentieren können, desto größer ist das Vertrauen Ihrer Kunden.

Die unabdingbaren Papiere zum Hausverkauf

Dennoch werden wir hier nur die wirklich notwendigen Dokumente für einen Hausverkauf erläutern, ohne die kein Vertrag zustande kommen würde. Diese Papiere sollten Sie beisammenhaben, bevor Sie Ihr Haus inserieren. Wenn Sie einen Makler beauftragen, wird er Sie auf die nötigen Unterlagen hinweisen.

Grundriss: Unabdingbar ist ein aktueller Grundriss Ihres Hauses. Schließlich will sich der Kunde ein genaues Bild machen, ob es sich für seine Zwecke eignet. Sollten in der Vergangenheit größere Umbauten vorgenommen worden sein oder kein aktueller Plan von Ihrem Haus existieren, sollten Sie einen neuen Grundriss erstellen lassen. 3D-Ansichten, Möbelierungsbeispiele oder Filme können die Attraktivität erhöhen, sind aber nicht notwendig.

Energieausweis: Spätestens bei der Besichtigung müssen Sie dem potentiellen Käufer einen Energieausweis vorlegen können. Den können Sie von einschlägigen Experten, aber auch online erstellen lassen. Bereits im telefonischen Vorgespräch kann es nützlich sein, über die aktuellen Verbrauchsdaten Ihres Hauses im Bilde zu sein. Schließlich sind energetische Sanierungen auch ein Kostenargument für oder gegen Ihr Gebäude.

Grundbuchauszug: Beim Grundbuchamt im Amtsgericht erhalten Sie einen aktuellen Grundbuchauszug zum Grundstück Ihres Hauses. Dieser umfasst Größe, Wohn- und Wegerechte, aber auch mögliche Hypotheken und Rechte Dritter.

Flurkarte: Eine Flurkarte vom Katasteramt ist optional aber empfehlenswert. Sie zeigt die genauen Grundstücksgrenzen Ihrer Liegenschaft sowie die benachbarten Grundstücke.

Bauakte: Bei der Stadt oder Gemeinde liegt eine Bauakte über alle Baugenehmigungen und Umbauten, Baubeschreibungen, Flächen- und Maßangaben für Ihr Haus vor. Für eine Gebühr erhalten Sie Kopien dieser Akte. Für den Käufer ist es hilfreich, sich mit der Bauakte über die Rechtmäßigkeit aller Baumaßnahmen vergewissern zu können.

Weitere Dokumente, je nach Art des Hauses

Je nach Baujahr und Objektart können weitere Dokumente von Bedeutung sein, beispielsweise:

  • Bauvertrag bei neueren Häusern
  • Denkmalschutzbestimmungen und Umsetzungen
  • Erbpachtverträge oder eingetragener Niesbrauch
  • Handwerkerrechnungen und Dokumente zu größeren Reparaturen, Umbauten und Sanierungen
  • Garantieurkunden, Rechnungen und Gebrauchsanweisungen für Einbauten wie Heizung, Kamin, Fahrstuhl oder Küche
  • Gutachten über Mängel oder Entwicklungsmöglichkeiten
  • Wartungsnachweise
  • Versicherungsnachweise für das Haus

Papiere für Mietobjekte

Bei Mietobjekten und Mehrparteienhäusern sollten aus dem Grundriss die Schnitte der einzelnen Wohnungen hervorgehen. Zudem benötigen Sie

  • eine Mieterliste mit Mieteinnahmen Soll/Ist
  • Mietverträge der Mieter, denn die beeinflussen das Entwicklungspotential des Hauses
  • Betriebs- und Heizkostenabrechnungen möglichst über mehrere Jahre
  • eine Modernisierungsauflistung jeweils mit Jahr über die letzten sieben Jahre

Bei Anlageobjekten ist es hilfreich, wenn Kosten und Einnahmen, größere Sanierungen und Vorhaben, Mietvertragsarten, Fluktuation uvm. statistisch über mehrere Jahre aufbereitet ist.

Nicht alle Dokumente interessieren, trotzdem sollten Sie wissen, wo was steht

Nicht jeder potentielle Käufer möchte all diese Papiere sofort sehen und sensible Dokumente wie Mietverträge bekommt auch nicht jeder Interessent sofort zu Gesicht. Wichtig ist aber, dass sie auf verschiedenste Fragen wie „Wie alt ist das Dach?“ „Ist Gewerbe im Haus zulässig?“ oder „Wie groß ist das Grundstück?“ wissen, wo Sie schnell eine verbindliche Antwort finden.

Vermeiden Sie späteren Ärger durch Transparenz

Wie bei jedem Kauf muss für den Käufer klar nachvollziehbar sein, dass Sie über das Haus in aktuellem Zustand frei verfügen, alle Belastungen, Einschränkungen und Mängel benannt und sämtliche Zahlen korrekt sind.
Im Zweifel lassen Sie sich von einem Makler, Fachanwalt oder Notar beraten und gehen Sie davon aus, dass auch der Käufer einen Rechtsbeistand zu Rate zieht. Liegen alle Fakten auf dem Tisch, sollte es beim Kaufvertrag beim Notar nur noch zufriedene Gesichter geben.